Schulprofil

Schulprofil der Elsava-Schule

- Erziehungshilfe für die Region I bayerischer Untermain-

- Lkr. Miltenberg, Lkr. Aschaffenburg, Stadt Aschaffenburg -

 

Rahmenbedingungen

 

Die Elsava-Schule zur Erziehungshilfe mit integrierter Heilpädagogischer Tagestätte wird von 35 männlichen Schülern mit einem Förderbedarf im sozial-emotionalen Bereich aus den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg und der Stadt Aschaffenburg besucht.

 

Der Besuch der Schule ist gebunden an eine Jugendhilfemaßnahme. Aus diesem Grund besuchen alle Schüler die integrierte Heilpädagogische Tagesstätte.

Es werden Schüler aufgenommen, bei denen nach sonderpädagogischer Gutachtenerstellung ein Förderbedarf im sozial-emotionalen Bereich festgestellt wurde und eine teilstationäre Jugendhilfemaßnahme notwendig ist. Die Aufnahme von Schülern geschieht deshalb im Einvernehmen von Schule und Jugendamt.

 

Die Zielgruppe umfasst Schüler der Hauptschulstufe mit einem hohen erzieherischen Förderbedarf, die aus diesem Grund an einer anderen Schule nicht erfolgreich beschult werden können.

 

Die Elsava-Schule ist eine Durchgangsschule. Wir sind bestrebt, die Schüler möglichst schnell wieder an die Regelschule zurückzuführen. Vor allem bei den Schülern, die in den Jahrgangsstufen 5-7 aufgenommen werden, ist die Rückführung vordergründig. Bei einer späteren Aufnahme sind in der Regel die Vorbereitung auf den Beruf und der Hauptschulabschluss vordergründig.

 

Unterricht und Abschlüsse

 

Der Unterricht orientiert sich am Lehrplan der Hauptschule. Ziel ist es, die Schüler der Abschlussklassen zu einem erfolgreichen Hauptschulabschluss zu führen. Da unsere Schüler jedoch einen  Förderbedarf im soziale-emotionalen Bereich haben, sind sie in der Regel auch in ihrem Lernverhalten beeinträchtigt. Sie benötigen Unterstützung in der Bewältigung von Unterrichts- und Gruppensituationen und können aus diesem Grund nicht immer nach dem regulären Lehrplan unterrichtet werden. Ein Hauptschulabschluss ist deshalb nicht unbedingt für alle Schüler erreichbar. Aus diesem Grund ergänzen wir den Unterricht mit Inhalten aus dem Lehrplan „Berufs- und Lebensorientierung“ der Schule zur Lernförderung und dem der „Praxisklassen“ der Hauptschule. Falls ein Schüler den regulären Hauptschulabschluss nicht erreichen kann, hat er die Möglichkeit einen P-Klassen-Abschluss zu erlangen, mit dem er sich auf dem Arbeitsmarkt bewerben kann.

 

Eine Förderung der Schüler in ihrem Verhalten ist wichtige Aufgabe für die Lehrkräfte im Unterricht. Oft müssen die Schüler erst an Arbeitsweisen und angemessene Verhaltensweisen herangeführt werden. Dies erfordert auch im Unterricht immer wieder Übung und Reflexion. Die geringe Schülerzahl pro Klasse erlaubt individuelle Förderung und intensive Unterrichtsgestaltung. Außerunterrichtliche Inhalte wie Erlebnispädagogik, therapeutisches Klettern und Reiten sind notwendige Ergänzungen im Schulalltag.

 

Soziales Lernenist wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Aus diesem Grund werden tagtäglich immer wieder Situationen konstruiert, in denen die Schüler ihre sozialen Fähigkeiten erweitern können. Unterricht in Kleingruppen, Partnerarbeit, Wochenplanarbeit oder projektorientiertes Lernen sind erprobte Unterrichtsformen, die neben sozialen Situationen auch Arbeitshaltung und selbständiges Lernen berücksichtigen. 

 

Unsere Schüler

 

Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

Psychosoziale Entwicklungsrisiken rufen häufig hohen Förderbedarf im

Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung hervor. Zu den Risikofaktoren zählen Teilleistungsprobleme in den einzelnen Bereichen der Wahrnehmung. Ein weiteres Risiko in der Entwicklung stellt das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom dar (ADS oder ADHS). Risiken für die emotionale und soziale Entwicklung von Schülern bergen auch psychosomatische Erkrankungen. Schweren emotionalen Belastungen sind auch Schüler ausgesetzt, denen Traumatisierungen widerfahren sind. Solche schwer wiegenden Erfahrungen haben Auswirkungen auf das emotionale und soziale Verhalten der jungen Menschen.

 

Entwicklungsrisiken im System Familie können Arbeitslosigkeit und Armut sein, Gewalt in der elterlichen Beziehung oder schwer wiegende Trennungskonflikte, Formen von Suchtverhalten oder psychischen und schweren körperlichen Erkrankungen der Eltern. Nicht zuletzt hat auch das Erziehungsverhalten Auswirkungen auf die emotionale und soziale Entwicklung.

 

Förderbedarf im emotionalen und sozialen Verhalten äußert sich in einer

Vielzahl individuell unterschiedlicher Erscheinungsformen. Geschlechtsspezifisch betrachtet haben Jungen zwei– bis dreimal häufiger Förderbedarf im emotionalen und sozialen Bereich als Mädchen. Zudem ist der Anteil der männlichen Kinder und Jugendlichen bei den Aggressionssymptomen signifikant höher als jener der weiblichen. Anderseits dominieren bei Mädchen Angstproblematiken.

 

Im emotionalen Bereich kann Förderbedarf wie folgt in Erscheinung treten:

• aggressives Verhalten (psychisch und physisch)

• Impulsivität

• autoaggressives bis selbstzerstörerisches Verhalten

• regressives Verhalten

• mangelndes Selbstwertgefühl

• Bindungsunfähigkeit

• Beziehungsstörung

• Depressionen

• Ängstlichkeit

• Phobien

• mutistische Züge

• Suizidgefährdung

• Suchtverhalten

 

Wesentliche Erscheinungsbilder im sozialen Bereich sind:

• oppositionelles, aufsässiges Verhalten

• dissoziales Verhalten

• delinquentes Verhalten

• stark sexualisiertes Verhalten

• emotionale Labilität

 

Überstarke motorische Unruhe gilt als ein Kernsymptom von Schülern mit Förderbedarf im emotionalen und sozialen Bereich und geht meist mit anderen normabweichenden Verhaltensweisen einher.

 

Ziel der Maßnahme

 

Die Schüler werden im Rahmen der individuellen Förderpläne ganzheitlich gefördert.

Ziel der Einrichtung ist es, die Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten, ihrer Persönlichkeit, ihrer Interessen und Neigungen in ihrer sozialen, kognitiven, emotionalen und schulischen Entwicklung bestmöglich zu fördern und erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren

 

 

Das integrative Konzept

 

Im Bereich der Schule arbeiten die Mitarbeiter von Schule und Tagesstätte eng zusammen. Ein Klassenteam besteht grundsätzlich aus einer Lehrkraft, dem Bezugserzieher der Gruppe und der Heilpädagogischen Unterrichtshilfe. In gemeinsamen wöchentlichen Teamsitzungen werden individuelle Förderpläne erstellt und Maßnahmen besprochen.Die Mitarbeiter der Tagestätte sind überwiegend auch während der Unterrichtszeit am Vormittag anwesend und unterstützen oder initiieren Förderprozesse.

 

Auf der Basis eines gemeinsamen, übergreifenden pädagogischen Konzepts erfahren die Schüler Sicherheit und Beständigkeit. Die Unterstützung, Beratung und Anleitung der Eltern ist Aufgabe des Teams. In gemeinsamen Aktivitäten wie beispielsweise Belohnungsausflüge, Klassenfahrten, Schullandheimaufenthalte oder Nachmittagsaktivitäten wirken Schule und Tagesstätte intensiv zusammen.

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